Homeserver mit HP MicroServer, Teil II – Grundkonfiguration

Vorbereitungen

Da ich MicroServer und RAM/Platten bei verschiedenen Lieferanten geordert hatte, kamen diese einzeln an und mussten zunächst noch zusammengebaut werden. Die Festplatten waren kein Problem, einzig das finden der dazugehörigen Schrauben erwies sich als trickreich. Beim MicroServer sind nämlich Schrauben sowie ein Passender Schraubendreher in der Innenseite des Deckels angebracht.

Der RAM-Einbau ist aufgrund der kompakten Bauform des Server etwas mühsamer. Um das Mainboard aus dem Gehäuse zu ziehen müssen alle Stecker zum Board getrennt und die Kabelführungen teilweise geöffnet werden. Die Kabel sind jedoch farblich von der Form gut gekennzeichnet damit man ohne grosse zu Überlegen wieder die richtigen

Stecker an die entsprechenden Plätze stecken kann.

Nach dem Umbau überprüfte ich im BIOS kurz ob das RAM und die Festplatten korrekt erkannt wurde und schon gings an die Installation.

Proxmox Installation

Die Installation von Proxmox gestaltet sich simpel. Ein kleiner grafischer Installer führt durch die Installation. Es werden nur Informationen wie Zielfestplatte,

Land/Tastatureinstellungen, Passwort, Domäne und natürlich die Netzwerkeinstellungen benötigt und schon ist Proxmox installiert. Ich nutze die mitgelieferte HP Festplatte als Installationsziel, aus den anderen drei 1TB Platten werde ich später versuchen ein RAID zu kreieren.

Erste Gehversuche – Webinterface

Einer der Vorteile von Proxmox, ist die Tatsache dass nahezu alles über das Webinterface gesteuert werden kann.

Das Webinterface ist per “default” nur über HTTPS erreichbar was für die Sicherheit des Systems spricht. Das Webinterface an sich ist simpel und übersichtlich gehalten und ausserdem super schnell!

Proxmox Webinterface

Die virtuellen Maschinen können mittels VNC Konsole installiert und danach je nach Vorliebe direkt über SSH oder RDP verwaltet werden.

Storage & Proxmox

Proxmox kennt viele Arten von Speicheranbindung, von einfachen Freigaben über NFS, über LVM bis hin zu iSCSI wird unterstützt. Die meist genutzte und auch empfohlene Speicherart ist auf Grund der hohen Dynamik sicherlich LVM. Ich werde hier nicht näher darauf eingehen, falls jemand mehr darüber wissen will findet ihr bei Thomas Krenn das wichtigste in Kürze.

Für meine Zwecke verwende ich LVM kombiniert mit einem Software RAID welches hoffentlich genügend Performance bringt. Da Proxmox eigentlich nicht viel von Software RAID hält ist auch das Modul mdadm nicht vorinstalliert. Es kann aber ganz einfach nachinstalliert werden.

apt-get update

apt-get install mdadm

Nach der Installation startet automatisch der Assisten zur Erstellung eines neuen RAIDs diese breche ich aber mit CTRL-C ab weil ich mein RAID mit einigen Anpassungen selbst erstellen will.
Zunächst muss ich die Festplatten vorbereiten. Dazu erstelle ich auf den Platten 2-4 mithilfe von “fdisk” eine primäre Partition mit allem Speicherplatz.

fdisk /dev/sdb (sdc, sdd)

n        für neue Partition

p       für Primary

Danach alle Standardwerte übernehmen…

t       für den Partitionstyp

fd     für Linux RAID Autodetect

Ist dies mit allen Festplatten gemacht, kann mithilfe von “mdadm” das RAID erstellt werden.

mdadm –create /dev/md0 –level=5 –raid-devices=3 /dev/sdb1 /dev/sdc1 /dev/sdd1

Jetzt kannst du dir nen Kaffee brühen, ins Kino gehen, in den Ausgang oder Schlafen das das Erstellen des RAID’s dauert. Beim MicroServer und drei 1 TB Platten ungefähr 5-7 Stunden. Wenn du den Fortschritt überwachen willst kannst du die mit foglendem Befehl tun.

watch cat /proc/mdstat

Nachdem das RAID erstellt wurde, muss nur noch das LVM eingerichtet werden.

Zunächst muss das RAID für die Verwendung mit LVM initialisiert werden.

pvcreate /dev/md0

Danach kann auf diesem Device ein LVM erstell werden.

lvcreate -s 64MB /dev/md0

Wichtig! Ist das Device grösser als 256 GB muss unbedingt der “physical extend size” manuell (-s XMB) angegeben werden. Wird dies nicht gemacht, kann es zu Performance Problemen mit dem LVM kommen, da der Default Size 8MB ist…

Nachdem das LVM erstellt wurde, kann es im Proxmox Webinterface als LVM Storage hinzugefügt und ab sofort für virtuelle Maschinen verwendet werden.

Links/Quellen